idiots (10)Das war´s fast mit 2013. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns, viel gesehen, viel erlebt, viele neue Leute kennen gelernt und unser Buch zum Punk im Ruhrgebiet fertig bekommen! Aber etwas fehlt natürlich noch, das Punk im Pott Wochenende – und was für eins. Das Fest nach dem Fest ging in die 15. Runde und ließ das Jahr konzertmäßig gebührend ausklingen. In guter Begleitung und mit Bier und Brezeln bewaffnet, ging es Freitag gegen 16 Uhr los in Richtung Oberhausen und schon beim Umsteigen in Essen wurde klar, dass es wieder voll werden würde. Die S3 war bereits gut gefüllt mit komischen Gestalten die offensichtlich alle dasselbe Ziel hatten, den Shuttle in die Turbinenhalle nämlich. Hier kam es dann leider auch zum ersten (und einzigen) Ausfall des Tages, als ein ganz besonderer Experte es lustig fand, noch während der kurzen Fahrt eine Scheibe des Busses zu zertrümmern. Bleib beim nächsten Mal doch einfach zuhause, du Arsch. Ansonsten lief alles gut an, kein Gedränge beim Einlass, außerordentlich entspannte Security und eine, für die erste Band, gut gefüllte Halle. Johnnie Rook aus Berlin eröffneten den Tag und machten ordentlich Stimmung mit ziemlich geradlinigem Punkrock und gefühlten 5 Kilo Konfetti. Guter Einstand. Die nachfolgenden Rogers wussten mich nicht zu begeistern, die Marionetz aus München hingegen haben schon irgendwie Spaß gemacht. Und dass, obwohl ich mit dem Label „Fun-Punk“ nie so richtig was anfangen konnte. Die Band um Sänger Sigi Pop (heute mal ganz in Gold) ging aber gut ab und die mittlerweile gut gefüllte Halle ebenso. Als nächste Band betraten Wilde Zeiten die Bühne, denen man ihre (oder besser Sänger Michels) Vorliebe für die Toten Hosen wirklich ansehen und –hören konnte. Wer sich davon überzeugen möchte, kann dies übrigens unter www.wildezeiten.com tun, die Band hat als nachträgliches Weihnachtsgeschenk ihre neue EP zum freien Download zu Verfügung gestellt. Beim Auftritt der legendären Boskops gehen die Meinungen wohl ziemlich auseinander, viele fanden´s eher durchwachsen, ich fand´s ziemlich gut. Jedenfalls wurde alles gespielt, was ich mir so gewünscht hätte. Danach wurde es dann richtig kuschelig in der Halle, denn Dritte Wahl betraten die Bühne und haben dieses Jahr auch endlich wieder richtig Spaß gemacht. Seit der ganzen Keyboard Geschichte war für mich (live) die Luft so ein bisschen raus, dieses Mal allerdings klang alles sehr harmonisch, siehe z.b. hier. Ne Konfetti-Kanone gab es außerdem auch noch, super! Trotz (oder gerade wegen) ausreichend Bier, außerordentlich guter Pommes und gepflegter Konversation, gingen Rantanplan teilweise und die nachfolgenden Troopers komplett an mir vorbei. Den Abend beendeten wir dann mit Los Fastidios und machten uns mit dem letzten Shuttle-Bus auf den langen Weg nach Hause, wo dann um 4.00 Uhr die Lichter ausgingen.

Entsprechend spät ging es dann am nächsten Tag wieder los, diesmal neben Bier und Brezeln auch mit einem „Kater-Killer“ Drink mit Austernpilz und Lemongras-Extrakten, hat bestens funktioniert! Dummerweise verpassten wir durch die verspätete Abfahrt allerdings zwei Drittel der Ruhrpott Bands. Nach übereinstimmenden Berichten einiger Frühaufsteher, waren aber sowohl die Shitlers, als auch Hotel Energieball äußerst sehenswert – beim nächsten Mal dann! Das dritte Drittel, die Idiots aus Dortmund, bekamen wir dann aber wieder mit. Gute Show mit Schweinemaske, blutigem Hemd und so einigen Gitarrensoli, die die Band auch für das Wacken passend machen würde. Anschließend endlich Knochenfabrik, die beste Band der Welt! Zum ersten Mal halbwegs nüchtern erlebt und genauso gut wie immer. Massendefekt fielen einer weiteren Pommespause zum Opfer, die waren aber auch echt gut, die Pommes. Um 19 Uhr dann das eigentliche Highlight des Festivals: das Festival der Volxmusik! Pünktlich zu Schließmuskel war die Halle rappelvoll und die Stimmung wirklich super. Ich selbst kannte im Vorfeld nur eine Handvoll Songs von Schließmuskel, war aber ehrlich beeindruckt von der Show, die die vier Herren da auf der Bühne ablieferten. Verständlich, warum so viele Leute im Vorfeld immer wieder von Schließmuskel schwärmten. Einen kleinen Eindruck in Bombenqualität gibt´s hier. Bin gespannt, ob da noch mehr zu hören/sehen sein wird. Die Mimmis folgten und legten einen klasse Auftritt hin. Zum ersten Mal live gesehen, geht gut ins Ohr. Die Abstürzenden Brieftauben verpassten wir mehr oder weniger, da mal wieder gepflegte Konversation anstand. Die Meinungen nach dem Konzert gingen jedenfalls in beide Richtungen, die einen fanden´s gut, die anderen eher nicht. Naja, ich oute mich mal und gestehe, dass ich nie auch nur einen Song der Brieftauben je bewusst gehört habe – Fun-Punk und so. Ähnlich verhält es sich mit Egotronic, sicher die musikalisch ausgefallenste Bands dieses Festivals. War ich anfangs doch eher skeptisch, da ich diesen Elektro-Rotz einfach nicht mag, muss ich zugeben, dass es wirklich gut gepasst hat. Super Stimmung in der Halle und insgesamt doch wesentlich besser als erwartet. Loikaemie wurde souverän verpasst, um dann mit Feine Sahne Fischfilet das Festival zu beenden. Bisher nur in kleinen Hallen gesehen, aber auch hier eine Nummer größer, einfach nur großartig! Für mich eine der besten Bands dieses Jahr und der perfekte Abschluss für ein wieder mal fantastisches Punk im Pott! Auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank an Alex und alle Helfer*innen, die wirklich korrekte Security, die Fritteusen-Kraft und sonst alle die man so getroffen und gesprochen hat! Vielen Dank auch an die ganzen Leute, die sich zu diversen Mini-Interviews mit Stefan und (teilweise) mir bereit erklärt haben, zu hören gibt es die irgendwann in den nächsten Wochen bei Punkrockers Radio, einschalten lohnt wie immer! Bis zum nächsten Jahr!

Im Anschluss noch einige Schnappschüsse, in Ermangelung einer annähernd professionellen Fotoausrüstung natürlich wie immer in bescheidener Qualität. Bessere (und mehr) Bilder gibt´s bei Maks und beim Punkrock-Sekretär!

 

 

IMG_1129So, nach einer arbeitsreichen Woche in unserem Bungalow in Holland, gehts morgen zurück in den Pott! Wir haben viel geschafft und ein Großteil der Texte ist schon beim Verlag. Schonmal vielen Dank an alle die uns in den letzten Tagen so schnelle Rückmeldungen gegeben haben! Ein Vorwort und eine (vorläufige) Dankesliste stehen ebenfalls. In den nächsten zwei Wochen werden noch die letzten Texte ergänzt, die Umfrage aufbereitet und das Layout bequatscht. Erste Textproben haben wir aber auch schon gesehen – sehen gut aus, es wird! Wir freuen uns! :)

Vorhin gabs noch ein letztes Bier am Strand, deshalb hier der passende Soundtrack für die Rückfahrt:

Unser ersten Zwischenfazit ist ja nun auch schon eine ganze Weile (über ein Jahr) her, drum hier ein wenig gebündelt der Stand der Dinge. Es hat sich nämlich einiges (fast alles) getan:

Die letzten Wochen waren sehr sehr anstrengend aber sehr aufregend. Wir haben nochmal massig Interviews gekloppt. Wir waren mit den Sunny Bastards im Nord (weil der Panic Room zu hatte), bei New Lifeshark, mit zwei Mustermenschen im Djäzz (heißes Thema: Raumkampf im Ruhrgebiet), mit Bertie von Hass und Bernd von Vorgruppe im Café Treibsand, bei Joachim vom Ox in Solingen, mit Christian von Brigade S. in einer urigen Kneipe in Wanne Eickel, mit Volker von Dirty Faces im Blondies, mit Rüdiger Thomas in den Ratsstuben Mülheim, wir haben Prügel in Witten besucht und mit Marc von 2nd District haben wir uns am Rande eines Konzerts im Wageni in der Kneipe vom Bahnhof Langendreer unterhalten. Dazu kamen aus Termingründen noch drei Interviews, die wir per Mail geführt haben.

Ja und mit Interviews war es dann auch so langsam. Derzeit sind wir beide mit Schreiben und Transkribieren der Unmengen von Material beschäftigt. Und wenn alles gut geht, sitzen wir kommenden Samstag im Auto und fahren für eine Woche in nen Bungalow ans Meer und schreiten zur Abschlussredaktion. Alles danach sind dann echt nur noch Nachzügler. Wegen der vielfachen Nachfragen: Veröffentlichung später Sommer, so August oder September.

Außerdem haben wir unser Buch zum ersten mal in der Öffentlichkeit vorgestellt: Stefan von Punkrockers Radio hat uns in seine Plattenküche eingeladen. Wir haben Songs mitgebracht, Hansa getrunken und von unserem Schaffensprozess berichtet. Von hier aus nochmal: Tausend Dank für die Einladung :-)

Zwischenzeitlich hatten wir uns auch schon auf einen Titel geeinigt, der ist nun dummerweise geschützt. Da müssen wir also womöglich von vorn anfangen. Ansonsten hatten wir ein ausgesprochen nettes Treffen mit unserem Verleger. Wir haben einen ersten Entwurf eines Kapitels und wir sehen Licht am Ende des Tunnels, aber jetzt bald erstmal die Sonne am Meer.

So, nachdem das alte Jahr spektakulär ausgeklungen ist, ging es im Januar spektakulär weiter! Los gings direkt am 5. – wir trafen Pöbel und Gesocks in einem Schweinestall (heute Proberaum von Cotzraiz) auf einem Bauernhof in Wesel. Neben der Band(geschichte) waren auch das Scumfuck/Raumschiff Wucherpreis Thema. Außerdem gabs wieder mal eine Probe, von der wir zeitbedingt allerdings nur zwei Songs mitnahmen. Weiter ging’s dann am 10.01., an dem wir uns in Mülheim/Ruhr mit zwei Lokalmatadoren in der wirklich äußerst angenehmen Kneipe „Zur Quelle“ trafen. Themen waren Bier und Schalke. :) Leicht verkatert ging es dann am nächsten Tag ins beschauliche Wattenscheid, glücklicherweise direkt in die Frittenschmiede, um bei Bier und  Pommes mit Wolfgang von den Kassierern über die Band aus Wattenscheid, Auftrittsverbote, die APPD/POP, asozialen Wohnungsbau, Bochumer Lokalpolitik und Radioaktivität zu quatschen. Knapp ne Woche später, am 17.01. gings dann munter weiter – diesmal zum gefühlten 500.sten Mal in Duisburg. Pünktlich um 18 Uhr trafen wir uns mit Max von Telemark/Salon Alter Hammer/Onkel Stereo am HBF, kehrten in die ebenso empfehlenswerte, wie zentral gelegene Kneipe „U-Bahn Treff“ ein und philosophierten über Telemark, den Salon Alter Hammer und den Laden Onkel Stereo. Zack Zack, wir hatten 90 Minuten und schon ging die Fahrt Richtung Mülheim, wo wir uns anschließend in fast unmittelbarer Nähe zur oben erwähnten „Quelle“  bei und mit Mirko (und später auch multimedial zugeschaltetem Costa Cannabis) von Sondaschule trafen. Bei Bier und anderen Dingen waren diesmal Ska, Punk, Skapunk, der Strand im Ruhrgebiet, lustige Hotelgeschichten und die Sondaschule Thema.
Bisher also volles Programm, wieder ne Menge netter Leute getroffen, wieder mehr Input und neue Bands fürs Buch gefunden –  wir freuen uns jetzt auf schon auf die demnächst anstehenden (und dann auch bald letzten) Termine!

So, konzertmäßig wars das für uns für dieses Jahr! Den passenden Soundtrack zum Jahresabschluss lieferte wie immer das Punk im Pott in Oberhausen. Ausgestattet mit Kamera und Bier, trieben wir uns zwei Tage auf dem Festival herum, sahen viele gute Bands und trafen viele nette Leute, von denen sich auch einige in unser (eigens fürs Festival angeschaffte) Hausaufgabenheft eingetragen haben. Wenn alles klappt, werden wir das Ding einscannen und abdrucken, falls nicht wird es sich dann irgendwann an dieser Stelle im blog wiederfinden! Ruhrgebietsmäßig war das Festival mit (u.a.) den Dödelhaien, Eisenpimmel, EK77, den Kassierern, Lokalmatadoren und co, ja dieses Jahr sehr gut ausgestattet – Glück für uns! Wir haben 500+ Fotos gemacht, von denen auch zumindest einige nicht völlig verwackelt sind und die wahrscheinlich auch den Weg ins Buch finden werden. Außerdem konnten wir auch noch ein Interview mit Keith von den Kleins ergattern, die wir somit jetzt auch an Bord haben! Alles in allem also ein sehr gelungenes Festival, dessen Nachwehen allerdings noch deutlich zu spüren sind 😉  Aus diesem Grund lassen wir an dieser Stelle mal die Bilder sprechen – alles weitere findet sich dann nächstes Jahr im Buch! Besten Dank nochmal an Stefan von Punkrockers Radio für rechtzeitige Evakuierung am Freitag! :-)

Außerdem möchten wir schonmal allen Leuten die wir dieses Jahr nicht mehr sehen werden einen guten Rutsch ins neue wünschen!! Besonders gut lässt es sich übrigens in der Schweinebucht zu Castrop rutschen, falls ihr also noch nichts vorhabt, begeht doch den Jahreswechsel dort mit Operation Semtex und Zwakkelmann 😉

So kann es weitergehen: Ein gleichermaßen netter wie ergiebiger Freitag war das. Am Nachmittag ging es für Philip zunächst nach Bottrop in eine Schalke-Kneipe, wo u.a. ein wunderbarer Gastbeitrag eingetütet wurde, aber in erster Linie bei den ersten Bier des Tages über Musik gequatscht wurde. Am Abend begingen außerdem die Lokalmatadore ihr 30-jähriges Jubiläum in einer ausverkauften Zeche Carl. Allerdings ohne uns (dachten wir) denn wir hatten keine Karten. Dennoch ein passender Anlass uns mit Speck, der zusammen mit ein paar Freund_innen in den 80er Jahren (genauer von 1984-1991) einige großartige Punkbands aus aller Welt in die Zeche Carl brachte (u.a. natürlich auch die Lokalen – siehe Flyer), zu treffen. Also gings von Bottrop weiter nach Altenessen. Hier ging es in unserem Gespräch besonders um die frühen Tage der Zeche Carl und ihre Bedeutung für die Punkszene in den achtziger und neunziger Jahren. Interessante Geschichten rund um die Szene, die Vernetzung untereinander und nach Übersee, Brieffreundschaften, erste Bookingversuche und das Klofenster der Zeche Carl kamen da zu Tage. Aber auch die Veränderungen, beziehungsweise „Professionalisierung“ (Stichwort Kommerzialisierung) in den folgenden Jahren waren Inhalt. Alles begleitet von ein paar guten Stauder Pilsken – ein an sich schon guter Abend. Getoppt wurde es nur noch durch unseren überaus sympatischen Interviewpartner, dessen Großzügigkeit und Verhandlungsgeschick mir auch noch einen Platz auf dem ausverkauften Konzert sicherte – an dieser Stelle nochmal besten Dank dafür!! :) Zu den Lokalen selbst will ich an dieser Stelle gar nicht viel sagen – war ein gewohnt großartiges Konzert, für das ich selbst allerdings etwas zu nüchtern war (ausverkaufte Konzerte mit zweistündiger Bierwartezeit sind nichts für mich). Fotos und einen gewohnt professionellen Bericht vom Konzert gibts natürlich wieder bei Maks, auf den ich hier mal verweise!

Weil wirs schon länger nicht mehr hatten, hier noch unsere Standardfragen, diesmal eben beantwortet von Speck:

1. Wie bist du zum Punk gekommen?

Speck: Wie fast alle über die Sex Pistols mit Never Mind the Bollocks oder etwas später auch The Great Rock´n´Roll Swindle als Film.

2. Hat das Ruhrgebiet eine bestimmte Bedeutung für dich?

Speck: Na klar, Ruhrgebiet ist da wo ich zuhause bin, wo ich mich wohlfühl, wo ich lebe, wo meine Freunde sind – wo eben alles zusammenläuft!

3. Verbindet Punk und Ruhrgebiet irgendetwas?

Speck: Ja klar, Authentizität! Und Spaß haben, auch über (Stadt)Grenzen hinweg, die interessieren eigentlich nicht, auch wenns da mal kleine Rivalitäten gab, aber die sind ja eher lustig anzusehen. Das ist halt das Ding was mir hier gefällt!

4. Was ist der „punkigste“ Ort im Ruhrgebiet?

Speck: Auf jeden Fall der Partykeller von meinem Freund und Nachbarn! Es gibt tatsächlich noch Partykeller, ohne Fenster, nur nen bisschen Licht, dafür aber mit jeder Menge Platten und vielen Plattencovern anner Wand!

PS: Besten Dank an Helge Schreiber für die Flyer und die Verbindung zu Speck!

Punk im Ruhrgebiet – da taucht man in vollkommen andere Welten ab, so wie am Samstag Hamminkeln. Dort haben wir Schlaffke alias Zwakkelmann besucht. Die Tiere spielen auf den Straßen, Kartoffeln und Möhren gibt es noch frisch beim Nachbarn und so wahnsinnig ruhig ist es auch noch. Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile. In diesem Fall war es der öffentliche Nahverkehr, der dort seinen Namen nicht verdient hat und so blieb unsere kleine Runde zumindest anfangs beim Kaffee (zwei von dreien hielten es schließlich aber nicht mehr aus und griffen zum Bier, was für einen von dreien bekanntlich frustrierend ist).

Dat is doch kein Punk, was der Schlaffke da macht und der Niederrhein liegt halt auch nich anne Ruhr höre ich schon einige Leute sagen. Letzteres is zwar richtig – uns aber egal. Zwakkelmann (und Schließmuskel) sind klasse, wollen wir drin haben und so haben wir uns quasi von der anderen Seite her ein Thema überlegt, wozu der Schlaffke was sagen könnte. Das haben wir gefunden und so ist nun Schlaffke unser Experte für die Bedeutung des Niederrheins für das Ruhrgebiet (und umgekehrt), gleiche Nummer machen wir auch nochmal mit Düsseldorf. Mit wem wird aber noch nicht verraten. Wir stellen den Punk im Ruhrgebiet also zweimal mit der Brille von außen vor.

Ein richtig gemütlicher Samstag Nachmittag und irgendwann früher Abend war das. Auf der Rückfahrt noch ein Stopp im Druckluft, wo Paranoya mit den Schwarzen Schafen auftraten, am Rande noch ne schicke gelbe District Platte erstanden, Schafe dann aber ausgelassen. Hat sich aber alleine für Paranoya schon gelohnt noch vorbei zu schauen!

 

Tobbe (li) und Felix von People Like You

… war ich Dienstag mal allein, Dennis blieb krankheitsbedingt lieber noch zu Hause. In einer präzise getimten Stunde ging es im Gespräch mit Tobbe und Felix um die Geschichte des Labels, das Verhältnis zu Century Media und gewachsene Eigenheiten der Punkszene im Ruhrgebiet. Letzteres war natürlich besonders interessant, weil bekanntlich Thema unseres kleinen Buches. Auch bei unseren vier Standardfragen gabs interessante Antworten. Pünktlich um fünf waren wir fertig und zurück gings nach Hause, wobei die A40 großzügig umfahren wurde.

Beim Thema Labels nähern wir uns damit so langsam einer gewissen Vollständigkeit. Das ist ebenso schön wie die Tatsache, dass hier mal ein Interview gelungen ist, dass man nachher auch schön transkribieren kann. Das war nicht immer so.

http://www.peoplelikeyourecords.com/

…dass wir nicht jedes Interview komplett transkribieren müssen. Denn im Falle von Operation Semtex, die mittlerweile auf mehr als 500 respektable Jahre Bandgeschichte zurückblicken können, wäre dies eine ganze Menge gewesen. Schon vor drei Wochen trafen wir uns mit den (für ihr Alter erstaunlich jung gebliebenen) Semtexern – mal wieder in Duisburg. Anlass war natürlich einerseits ein Artikel fürs Buch, andererseits hat Philip aber auch zufällig bei einer Verlosung auf Semtex´s Facebook-Seite eine Flasche Bier nach Wahl gewonnen. Dank eines Mißverständnisses unsererseits, wurde aus der gewonnen Flasche schnell ein Kasten und so trafen wir uns schließlich bei zwei Kästen KöPi im Proberaum von Operation Semtex (und den Sunflowers of Death), in einem Hochbunker in Duisburg. Diesen erreichten wir, unterbrochen von einer Autogramm- und Handyfotostunde für einige RTL2 X-Diaries-Fans, nach kurzem Fußweg an einem spätsommerlichen Freitag Abend. Interessantes Gebäude dieser Bunker – sehr verwirrend weil sehr verschlungen und noch dazu mit plötzlich zufallenden Metalltüren, die nur von einer Seite zu öffnen sind. So sperrten wir uns, noch bevor das Interview starten konnte, versehentlich beim Pissen aus und kamen erst mit der anrollenden Bierlieferung und dem restlichen Vietel der Band wieder hinein. Bei Verköstigung der feinen Alkoholika, sprachen wir dann über Operation Semtex, Oi, politischen Anspruch, Gen-Tofu, Vinyl, den Ruhrpott und Romantik (haha). Außerdem gab es noch ein kleines „Privatkonzert“, inklusive nackter Haut, Knochenfabrik-Coversongs, und ein immerhin halb gespieltes Ruhrpott Romantik – ein Song dessen Text wohl auch den Weg ins Buch finden wird. Ein super Abend mit und bei vier sehr netten Leuten wars! Wir machen uns jetzt erstmal ans transkribieren der 20 stündigen Aufnahme des Abends. Einige Antworten auf unsere Standardfragen stehen stehen noch aus, vielleicht schieben wir die gelegentlich an dieser Stelle mal nach, ansonsten werdet ihr sie im Buch finden!

Wir freuen uns jetzt außerdem umso mehr auf das diesjährige Punk im Pott, wo neben einem Haufen anderer großartiger Bands auch Operation Semtex aufspielen werden!

Mit dem Out Of Order Fanzine am Duisburger Hbf. Links im Bild Tüte von Onkel Stereo

Doppeldate: Nachdem uns leider Dienstag ein schöner Termin flöten gegangen ist, kehrten wir spontan im schicken neuen Laden Onkel Stereo im Dellviertel Duisburg ein. Wer es noch nicht kennt: Neben allerlei liebenswerten Krimskrams wie Pflastersteinen aus Stoff gibts auch reichlich Punkkram: Einiges feines an Vinyl, das ein oder andere Fanzine wie das Hullabaloo von Tom Tonk und außerdem reichlich Bücher. Feine Sache. Dahinter steht übrigens der Salon Alter Hammer, eine ganz besondere Mischung aus Label und Verlag sowie Pop und Punk, die wir auch im Buch vorstellen wollen.

Danach gings zurück zum Bahnhof, zweites Date mit Thomas und Alex vom Out of Order Fanzine. Mit denen haben wir auf Duisburgs grüner Lunge an der Bahnhofsplatte über Fanzines und Kneipenüberfälle gequatscht. Auch das Out Of Order Fanzine legen wir hier nochmal jedem ans Herz, der auf DIY-Geschichten steht. Die neue Ausgabe ist schon in der Mache.