„Wer nix kann, muss aussehen“, sagen Eisenpimmel. „Wer als punkaffiner Mensch keine drei Akkorde kann, nicht bis vier zählen kann oder deshalb bei drei auf den Bäumen war als die Kollegen nen Sänger suchten, der schreibt eben ein Buch“, sagt der Autor dieser Zeilen. So war es bei unserem Machwerk zum Punk im Ruhrgebiet und so war es vermutlich auch beim Maks von RilRec, dessen Jahr 2013 nun als Buch mit dem griffigen Titel „Der mittelgroße RILBFHPA Punkrock Almanach 2013″ erschienen ist. Kenner finden darin gar nix neues, streng genommen sogar weniger als in seinem Onlinefanzine. Das Buch versammelt 102 (!) Konzertreviews des Jahres 2013 (davon 90% im Ruhrgebiet), mit weniger Fotos als im Blog, aber dank Lektorat auch mit weniger Rechtschreibfehlern, was eine sinnvolle redaktionelle Entscheidung ist.

Nun kann man natürlich wieder fragen, wozu das Ganze, wenns das doch alles für umme im Netz gibt, Einfache Antwort: Weil es die Sache wert ist, Maks schreibt eigentlich die einzigen Konzertreviews, die ich überhaupt lese. Der Junge hat nicht nur ne flotte Schreibe, sondern geht inhaltich diesem öden Konzertklimbum auch noch so aus dem Weg, dass man wirklich einen Eindruck bekommt, wie der Abend so war. Das ganze natürlich hochpersönlich und mitunter extrem lustig. Schade nur, dass man selten erfährt, wie ein Konzert endet. Das Ding kommt für nen Zehner in einem stabilen Paperback, massig Text auf 280 Seiten, aufgehübscht mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos. Einziger Nachteil an dem Ding ist eigentlich, dass man sich nachher ein bisschen schämt, dass man im Vergleich viel zu wenig auf Konzerte geht. Aber das lässt sich ja auch ändern.

Also Pflichtkauf für all jene, die immer rumprahlen, dass sie ja nur noch auf Vinyl hören, weil is ja viel echter und so, fühlt sich auch besser an und so. Dann kauft gefälligst auch dieses Buch. So! Achso: Wo? Hier!

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„Wenn dir unsere The Love has gone EP gefallen hat, dann wird dir auch das neue Album gefallen.“ Als wir Marc von 2nd District in der Kneipe vom Bahnhof Langendreer im Rahmen der Buch Recherchen interviewten, kündigte er das neue Album damals so oder irgendwie so ähnlich an.

Ich muss dazu sagen, dass ich großer Fan der don’t mess with the hard punx Scheibe bin und ich die ersten 2nd district Scheiben total gut aber eben doch nicht so genial fand. Auf die zwischen dem letzten und neuen Album erschienene EP stieß ich deshalb auch eher zufällig bei nem Konzert im Druckluft beim Stöbern. 4 Euro, gelbes Vinyl, Download Code waren die Hard facts vor Ort, zu Hause hauten mich dann noch die drei Songs vom Stuhl. Entsprechend groß war also meine Vorfreude auf das neue Album.

Die ersten Akkorde machen direkt Bock auf mehr. Eingängig und progressiv führen sie in den Opener „Broken bits of Lifetime“. Die aufgenommene Fahrt setzt sich nahtlos fort: Mit „The Bourgeois Attidute“ und „The Market Crash“ wirds (wirtschafts-)politisch und nicht zuletzt im Ruhrgebiet und rund um Bochum Langendreer kann man seine Geschichten zu dem Thema Gerechtigkeit in globalen Wirtschaftsfragen erzählen. Mit „The Love has gone“ und „Bad habbit“ sind auch zwei Songs der EP neu aufgenommen enthalten. Der knackige Text zu „Bad Habbit“ taugt dabei allemal als Hymne auf ein Punkerleben („I don’t know what it means to be a dictator, I don’t know what it means to be in a bad mood„), während „The Love has gone“ den unverzichtbaren Teil Glam und Herz in die Sache einbringt. Das durch und durch großartige „Pain Museum“ muss man einfach selbst gehört haben. Insgesamt hat das alles Herz, Verstand und Seele – und über allem wird mit viel musikalischem Schwung die Faust gereckt! Herrlich!

Fazit: Von allen 2nd District-Platten ist What’s inside you die, die mir am meisten Spaß macht. Hier passt eins zum anderen und vor allem zur Band. Gut gemacht Jungs und auf jeden Fall weiter so!

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