imageIm bequemen Monatsrythmus dürfen wir weiter lesen: Freitag geht es auf Einladung von Maks von RilRec wieder nach Essen, zum dritten mal bereits nach New Lifeshark 2013 und der Freak Show 2014. Zusammen mit Tomboy&His Lonely Heart lesen wir in der Veganisierbar in Essen Frohnhausen, d.h. wir lesen, er wird auf der Gitarre Ruhr- und Deutschpunk-Klassiker spielen. Das wird toll und kostet auch nur 4 Euro. Der Appetik kann mit veganer Gulaschsuppe gestillt werden.

Und weil es so toll wird, macht RilRec direkt ne Reihe draus:

Fr. 06.03.“Matt Greasejar und DU lesen aus den Werken Maks Rilrecowskis (Moderne, 2014)“. Eintritt 0/3 Euro
Fr. 24.04. Anni Hilation’s Arms (Ex-Ropey Shags, Ex-Chaos Kitten): Acoustic-Solo-Show, Eintritt tba

IMG_7699Tag 1

So, dann mal unser Senf zum 16. Punk im Pott: Die Reise begann äußerst pünktlich bereits um 15 Uhr am Bochumer Hauptbahnhof, diesmal wieder mit fachkundiger Begleitung durch Mr. Wolverine von Punkrockers Radio. Bewaffnet mit Diktiergerät und Fotoapparat ging´s ab zur Turbinenhalle, wo wir nur ca. eine halbe Stunde in der Schlange standen. Nach Berichten anderer, später angereister Personen, änderte sich das allerdings bald. Die Taschenkontrolle wurde dieses Jahr in die Halle verlegt und war teilweise wohl etwas unterbesetzt, was zu einigem Ärger über verpasste Bands führte. Frühes Erscheinen sei also für´s nächste Jahr schon mal angeraten. Für uns begann das Festival mit den letzten paar Songs von G140. Eine Band, die uns vor allem deshalb interessierte, da Rommel von den Lokalmatadoren hier den Bass bespaßt. Musikalisch spielen sechs Herren und eine Dame eine Mischung aus Ska und Rock, was mich persönlich nicht so anspricht und eher an eine (gute) Partyband erinnert. Die folgenden Missstand verpassten wir genauso wie den Anfang von Radio Havanna. Dafür führten wir tiefgründige Gespräche und nötigten allerlei Leute zu ersten Mini-Jahresabschluss-Interviews. Die Ergebnisse gibt’s am 06.01.2015 ab 20 Uhr in Wolverines Plattenküche auf Punkrockers-radio.de nachzuhören, einschalten lohnt! Musikalisch ging es dann erst mit Chefdenker weiter, die diesmal (zusammen mit dem Bambix-Basser) zu fünft auf der Bühne standen. Richtig so, zwei Bassisten braucht man, besonders wenn der eine (kopflose) Bass so grottenhässlich ist! Bambix ist übrigens auch so eine Band, die mal wieder dringend eingeladen werden sollte. Davon ab, für mich jedenfalls wieder einer der besten Auftritte des Festivals. Gleiches sage ich aber regelmäßig über (wahlweise) Knochenfabrik, Casanovas Schwule Seite oder eben Chefdenker – ohne Claus Lüer Bands geht das nicht. Schön, dass Veranstalter Alex das ähnlich sieht! Anschließend ein weiteres Highlight, die Lokalmatadore! Sänger Fisch ölte sich schon vor dem Auftritt kräftig die Stimme – nein der trinkt doch nichts, der nimmt Sänger-Öl. Gibt´s wirklich, riecht nach Kräutern und ab jetzt wird „Stimme ölen“ für mich nicht mehr nur mit Bier in Verbindung gebracht – wer hätte das gedacht. Ob´s geholfen hat, kann ich musikalisch nicht beurteilen, der Auftritt war aber wie immer sehr souverän und hymnisch wo es hymnisch sein muss. Großartig und schwer zu toppen! Dementsprechend schwer hatte es die Terrorgruppe direkt im Anschluss. Beim sommerlichen Ruhrpott Rodeo war ich schwer begeistert und auch hier ist es ähnlich. Muss ich mir unbedingt auch nochmal in kleinerem Rahmen angucken. Die Songauswahl und die Show, inklusive der Videoprojektion, Pyrozeug und Konfettikanonen war wieder super! Konfetti, hach! 🙂 Letzte bewusst wahrgenommene Band des Abends war dann für mich Knorkator. Vor ein paar Jahren spielten die „Spaß-Metaller“ (ist das richtig, kann man das so sagen?) schon als Vorband der Kassierer in Krefeld. Damals fand ich sie blöd, heute auch. Muss ja nicht alles gefallen. Die Halle war jedenfalls sehr gut gefüllt und die ersten Reihen erschienen mir äußerst textsicher. Von der Antilopen Gang habe ich dann nichts mehr wirklich mitbekommen, und Fliehende Stürme und die Shitlers haben wir uns dann zugunsten des nächsten Tages geknickt. Dafür gab´s auf der Bahnfahrt noch was zu essen und maximal inkompetente Diskussionen über Metal. Schön war´s!

Tag 2

Der nächste Tag beginnt wie jeder zweite Festivaltag und spätestens jetzt freue ich mich über das (längst überfällige) Essen auf der Rückfahrt am Vorabend. Konditionsmäßig hält sich das nämlich alles eher in Grenzen und bereits um 12.30 Uhr mache ich mich in reizender Begleitung auf zur nächsten Runde. Kaum in der Halle angekommen, und wegen einiger Änderungen der Running Order auch schon fast das gesamte Set von Rasender Stillstand verpasst, fällt mir auf, dass die Speicherkarte der Kamera sicher zuhause im Kartenslot schlummert. Mist. Beim darauf folgenden Facebook-Posting, ob denn jemand zufällig noch zum PiP fährt und mir eine Karte leihen könnte, schreibt mir mein Mobilfunk Anbieter, dass mein „Surfvolumen für diesen Monat aufgebraucht“ sei. Fantastisch, die Technik war gegen mich. Dank Auto und einsatzfreudiger Begleitung, fand die Karte eine Stunde später dann zum Glück doch noch den Weg in die Kamera, vielen Dank dafür!! 🙂 Die folgenden No Exit gehören zu den Bands, die es schon ziemlich lange (in diesem Fall seit 1991) gibt, die aber immer völlig an mir vorbei rauschten. Der Auftritt war sicherlich solide, riss mich aber in keiner Weise mit. Vielleicht war dies auch der immer noch recht frühen Tageszeit geschuldet. Ein Mini-Interview mit dem sehr netten Basser gibt´s jedenfalls am 06.01. zu hören. Die nächste Band Total Chaos steckte wohl irgendwo auf einer Autobahn fest und konnte den Auftritt nicht wahrnehmen. Was für ein Glück, nicht weil ich Total Chaos nicht mögen würde (ich kenne ja auch nur zwei Songs), sondern weil als Ersatz Schmeisig die Bühne betraten. Auch diese fallen in die eben erwähnte Kategorie von Bands, die man zwar vom Namen her kennt, aber nie wirklich gehört oder gesehen hat. Zumindest beim Punk im Pott und dem Ruhrpott Rodeo schiebe ich das einfach mal auf die Spielzeiten. Meistens (wie auch heute) machen Schmeisig den Opener (11.30 Uhr). Völlig unmögliche Zeit, besonders am zweiten Tag. Meine Güte, was habe ich da verpasst. Die Akustik-Punk-Cover-Sonstwas Mischung ist ja sowas von genial! Mag auch daran liegen, dass u.a. mit Quadrat im Kreis, eines meiner liebsten WIZO Stücke gecovert wurde, aber was hier abging toppt für mich das Festivaljahr! Sogar die Security im Graben tanzte mit. Mein persönlicher Headliner! Dieses Mal dann auch zum ersten Mal bewusst gesehen und gehört: Fahnenflucht. Seit Jahren hängen mir einige Freunde in den Ohren, Fahnenflucht seien ja so gut … und ja, stimmt. Guter Punkrock, gute Texte, das gefällt durchaus. Anschließend dann COR, die zwar (finde ich) in kleinerem Rahmen besser funktionieren, aber auch hier durch engagierte Ansagen und ordentlich Lärm gut ankamen. Lockerer wurde es dann im Anschluss bei den Abstürzenden Brieftauben, die wieder zu zweit auf der Bühne standen. Hier gab es ja im letzten Jahr einige Diskussionen, ob die Reunion ohne Konrad funktionieren würde. Scheinbar ja, eine erfolgreiche Tour wurde gerade absolviert und auch die Turbinenhalle war letztes wie auch dieses Jahr gut gefüllt mit textsicheren, tanzenden Menschen. Fun-Punk ist und bleibt zwar nicht mein Ding, aber was hier geboten wurde war schon wirklich schön anzusehen/-hören. Ähnliches gilt für Pöbel & Gesocks. Ab einem gewissen Pegel kann man der Band eine außerordentliche Partyeignung inklusive passender Showeinlagen nicht absprechen. Pöbel und Gesocks- Oi Oi Oi funktioniert live einfach super – besonders beim Punk im Pott. Wohl als Kontrast kam dann anschließend Götz Widmann auf die Bühne, es wurde ruhiger und für mich auch etwas belanglos (ja ich weiß – „wie kannst du nur, du hast ja keine Ahnung…“). Stimmt. Fuckin´ Faces kamen als nächste, seit ca. 6 Jahren nicht mehr gesehen, haben Spaß gemacht. Richtig gehaltvoll wurde es dann wieder mit den Kassierern, die den diesjährigen Headliner darstellten, jedenfalls für uns. Gewohnt gute Show, die mich allerdings zugegebenermaßen nicht mehr so fasziniert wie noch vor ein paar Jahren. Zu feiern gab´s übrigens auch was. Die Kassierer wurden vor ein paar Wochen mit dem „goldenen Umberto“ der ProSieben Show Circus Halli Galli ausgezeichnet – für ihr Lebenswerk. Mehr als verdient!

Da Bilder bekanntlich mehr erzählen als tausend Worte, zum Abschluss noch ein bisschen Buntes. Noch mehr und bessere Bilder gibt es auch wieder wie gewohnt beim Punkrock-Sekretär, guckt mal rein!

Bis zum nächsten Jahr und allen einen guten Rutsch! 🙂

 

 

Volker Kampfgarten

Ein tiefenentspannter Volker Kampfgarten

Wer sich nächsten Mittwoch (17.12.) zufällig in Bochum rumtreibt, sollte doch so um 20 Uhr in die Goldkante kommen. Da gibt´s eine spitzen Lesung über Punk und das Ruhrgebiet mit einer ebenso spitzen musikalischen Begleitung durch Volker Kampfgarten von den Kassierern. Wer sich hingegen am Mittwoch nicht zufällig in Bochum rumtreibt, sollte dies jetzt unbedingt überdenken und vielleicht völlig unzufällig zu der Lesung kommen, wird gut! 🙂 Da der Laden recht klein ist und die Sitzplätze begrenzt, haben unsere Freunde von Punkrockers Radio jetzt eine Mail-Anmeldung geschaltet. Falls ihr sicher wisst, dass ihr vorbei kommen und einen Platz reservieren wollt, schickt einfach eine Mail an schmackes@punkrockers-radio.de. Ihr bekommt dann entweder eine Bestätigung und habt euren Platz sicher, oder ihr bekommt eine Absage (falls es schon zu voll sein sollte). Dann könnt ihr aber immer noch einfach so vorbei kommen und euer Glück versuchen!

Der Eintritt ist natürlich in jedem Fall frei!

 

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Nu wird es aber auch mal Zeit: Von Anfang an wollten wir eigentlich Lesungen mit Konzert kombinieren. Nu isset endlich soweit. Am 10.10. lesen wir bei Benny und Ela in den Gruften der Freak Show. Mit Artless spielt mit uns eine der ersten Punkbands aus dem Ruhrgebiet. Vermutlich gibt es auch neue Songs. Hinzu kommen die Bodies aus Schweden. Im Anschluss legt Marc von 2nd District auf. Tickets gibt’s für 6 Euro an der Kasse. Kommt rum!

imageNeues von unserem Verlach Henselowsky Boschmann. Bis Weihnachten betreibt er direkt am Dortmunder U im schwarzen Haus (Rheinische Str. 16) direkt neben Idiots Records eine Popup Buchhandlung. Das heißt nach Weihnachten ist das Teil wieder weg. Bis dahin gibt es dort Romane, Dönekes und Sachbücher aus dem Hause Henselowsky Boschmann zu sehen und zu erwerben. Unser Buch mit „Schmackes! Punk im Ruhrgebiet“ gibt es natürlich auch.

Jeden Montag Abend wird aus dem Raum dann eine Veranstaltungsfläche, auf der Autoren aus dem Verlag aus ihren Werken lesen. Am 24.11. sind wir das dann.

Für soviel „Leck mich!“ in Richtung der Entwicklung des Literaturmarkts gibts von uns auf jeden Fall alle Daumen hoch!

Geöffnet ist das Ding ab jetzt. Hier nochmal alle Termine, wobei wir (außer uns selbst :-)) besonders den Kollegen Schiering und den Winkelmann empfehlen.

Montag, 3. November, 18.30 Uhr: René Schiering, „Ruhrpott-Köter“ und Werner Bergmann Geschichte(n) zwischen Pott und Deckel“ (inkl. Soleier-Essen)

Montag, 17. November, 18.30 Uhr: Hermann Beckfeld, „Ganz persönlich. Beckfelds Briefe“

Montag, 24. November, 18.30 Uhr: Dennis Rebmann und Philipp Stratmann, „Mit Schmackes! Punk im Ruhrgebiet“

Montag, 1. Dezember, 18.30 Uhr: Inge Meyer-Dietrich, „Plascha“ und „Die Hüter des Schwarzen Goldes“

Montag, 8. Dezember, 18.30 Uhr: Michael Hüter und der Nikkelaus, „Weihnachtsgeschichten“ und Thomas Althoff „Komm, wir schießen Kusselkopp“

Montag, 15. Dezember, 18.30 Uhr: Adolf Winkelmann, „Winkelmanns Reise ins U“

Wir könnten eure Hilfe gebrauchen!

Vor über einem Jahr hatten wir eine Diskographie von Punkbands aus dem Ruhrgebiet begonnen. Sie ist natürlich nie fertig geworden und war natürlich auch so schon viel zu lang fürs Buch. Wir haben den Zwischenstand nun als frei editierbares Wiki ins Netz gestellt.

Was könnt ihr tun?
1. Ergänzt euch bekannte Sachen.
2. Informiert fehlende Bands, Labels, dass sie ergänzen können.
3. Gerne könnt ihr den Link teilen.

Schaut mal rein und schreibt uns, wenn es Probleme, Ideen, etc. gibt.

Diskographie

Die nächste Lesung findet am 21.06. (Samstag) im AKZ Recklinghausen statt! Weil´s immer wieder Spaß macht und es auch dauernd was neues zu erzählen gibt, sind auch Sabrina, Alex und Siggy vom Out of Order Fanzine wieder mit dabei. Los geht´s um 19 Uhr, Eintritt kostet schmale 3€. An dieser Stelle sei auch mal auf den Spendenaufruf des AKZ hingewiesen, denn wie alle unabhängigen Räume, hat auch das AKZ akut mit Geldknappheit zu kämpfen. Der Erhalt solch unabhängiger, selbstverwaltet- und selbstbestimmter Zentren, sollte nicht nur den Macher_innen, sondern auch allen wie auch immer kulturell Interessierten (jenseits des Mainstream) am Herzen liegen! Also spendet fleißig und/oder kommt rum, dann gibt´s auch weiterhin Konzerte, Kneipenabende, VoKüs oder eben Lesungen! Wir freuen uns! 🙂 10415587_523320311106304_6442798493228211779_n

015Es geht doch! Nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit (Niesel)Regen, grauem Himmel und Schlammschlacht gab´s anderthalb Tage gutes Festivalwetter beim Ruhrpott Rodeo! Die Anreise per Bahn am Donnerstag gestaltete sich bis zum Gelände reibungslos. Hier bot sich dann der erwartete Anblick von Schlammbergen und mindestens ebenso schlammigen Leuten, die hier schon seit Mittwochabend campiert hatten. Das Gelände wurde auch erst mit einiger Verspätung geöffnet, da die Händler drinnen teilweise im Schlamm stecken blieben. Egal, um kurz nach Zwei öffneten sich die Tore und pünktlich um 15 Uhr begann die erste Band Weitere Kracher Folgen. Und obwohl ich alles andere als Karaoke begeistert bin, funktionierte dieses ganze Ding als Opener wirklich äußerst gut. Die Jungs und Mädels auf der Bühne hatten offensichtlich auch ihren Spaß und ein dickes Grinsen im Gesicht – sympathische Sache das Ganze. Der imaginäre Preis für die größte Textsicherheit aller Interpret_innen geht allerdings ganz souverän an Wölfi, der bei „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ wie gewohnt mit Textzettel auf der Bühne stand. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht, zumal die Songauswahl wirklich klasse war. Weiter ging es für mich mit den Cyanide Pills (sehr gut), Jaya The Cat/Slaughter And The Dogs (auch sehr gut, aber nur von weitem gehört), Dritte Wahl (wieder mal sehr cool, außerdem gab´s Konfetti) und Pennywise als Headliner, die, wie erwartet, ziemlich belanglos waren. Zwischendurch gefühlte 5000 bekannte (und ein paar neue, ab jetzt bekannte) Gesichter getroffen, einigen Blödsinn erzählt, einigem Blödsinn gelauscht und Bier getrunken. Großartig! Beim Ausnüchtern am nächsten Morgen dann auch noch ne Boxershorts und ne scharfe Spiegelbrille (aka Regenbrille) im Rucksack gefunden – alles Gewinne der RilRec Punkrock-Tombola. Es lebe das Glücksspiel, sollte es viel öfter geben, sowas!

Noch kurz die verschlammte Hose und Schuhe vom Vortag verbrannt und ab ging´s zu Tag 2, der sich wettermäßig schon viel freundlicher zeigte. Den für mich perfekten Soundtrack dazu, lieferten Talco mit feinstem Ska-Punk und einigen Ohrwürmern. Definitiv wieder eine der besten Bands dieses Jahr. Nach dem Aufwärmen ging es für uns musikalisch dann erst mit den Lokalmatadoren weiter. Die machten auf Sicher, mit Bauhelmen und bekannten Gassenhauern. Schon das Steigerlied wusste gut einzustimmen und so ging es dann auch weiter. Immer wieder schön. Danach dann ein weiteres persönliches Highlight: Hot Water Music´s Chuck Ragan plus Camaraderie. Richtig geile Sache wie ich finde, auch wenn hier die Meinungen deutlich auseinander gehen. Im Anschluss dann ab zu TV Smith auf der kleinen „Rodeo“-Bühne nebenan. Und hier dann auch das einzige Manko dieses Jahr: die Situation rund um die zweite Bühne bleibt einfach weiterhin ausbaufähig. Natürlich ist es super, während der Umbaupausen auf der großen „Ruhrpott“-Bühne, weiter gute Musik um die Ohren zu bekommen. Allerdings war auch die zweite Bühne wieder wirklich hochkarätig besetzt und da ist es schon sehr schade für Bands wie Publikum gleichermaßen, wenn der Soundcheck der Mainstage ständig dazwischen bratzt. Nichtsdestotrotz haben u.a. TV Smith, Emscherkurve 77 und Zwakkelmann wieder ordentlich Spaß gemacht! Vielleicht findet sich ja im nächsten Jahr ein neuer Ort für die zweite Bühne, dann wär´s perfekt. Egal, weiter ging es wenig später mit der reunionierten Terrorgruppe und auch hier gehen die Meinungen auseinander. Irgendwie geistert das Wort „langsam“ durchs Publikum und den Bekanntenkreis. Mag sein, weiß ich ehrlich gesagt nicht, jedenfalls fand ich die Songauswahl (!), den Humor und ja, auch das Tempo echt gelungen. Von meiner anfänglichen Skepsis ob einer weiteren Reunion ist jedenfalls nichts mehr übrig. Selbst Bad Religion konnten da nicht mehr viel drauf setzen, obwohl auch diese (wie gewohnt) gut abgingen.

Der dritte Tag. Der gefürchete dritte Tag – er beginnt wie erwartet mit viel Zitterei und Schweißausbrüchen, dennoch schaffe ich es überpünktlich schon um 18 Uhr wieder vor der Hauptbühne zu stehen und ZSK zu lauschen. Und auch diese machen da weiter, wo sie vor einigen Jahren aufgehört/pausiert haben. Sehr agile, geradezu energetische Show wie ich finde, inklusive Pyro-Bengalo-Dings, weil Emotionen und so. Der Sinn dieser Bengalo-Aktionen erschließt sich mir immer noch nicht so recht, aber nett anzusehen ist es immerhin. Vielleicht habe ich mir hiermit auch gerade den Sinn selbst erklärt, wer weiß. Danach dann wieder eine 90 Grad Drehung in Richtung kleiner Bühne, wo Emscherkurve 77 altes und neues Liedgut zum Besten geben. Das neue Album steht schon fast in den Startlöchern und auch der Ruhrpott spielt, wie Sänger Spiller an anderer Stelle schon mal verlauten ließ, in beinahe der Hälfte der Songs wieder die Hauptrolle. EK77 haben Glück, denn Against Me! „soundchecken“ nicht dazwischen. Trotzdem gibt´s von dem Quartett gut abgemischten Punkrock auf die Ohren. Letzte komplett gesehene Band war dann Zwakkelmann plus Big Band, gewohnt großartig und wie immer der eigentliche Headliner jedes Festivals. Fotos gibt´s hiervon leider keine, die sind alle verzwakkelt. HAHA! Für alle folgenden Bands fehlte leider die nötige Kondition und Geduld, was besonders im Falle Cock Sparrer wirklich schade ist, diese waren vor ein paar Jahren auf dem Rodeo wirklich super. Naja, nächstes Mal dann wieder.

Was mir dieses Jahr auch wieder überwiegend positiv aufgefallen ist, war die Security. Ich habe vorher noch nie gesehen, dass ein Sicherheitsdienst im Graben vor der Bühne das Publikum dermaßen (oder überhaupt) anheizt und sogar tanzt (!). So gesehen z.B. beim ZSK Auftritt, wirklich beeindruckend. Persönliches Fazit: das Rodeo ist nach wie vor ungeschlagen das beste Punkrock Festival im Lande! Wenn im nächsten Jahr der nette Stand mit dem veganen Döner 1. wieder da ist und 2. etwas an seinem Arbeitstempo arbeitet und die kleine Bühne vom Soundcheck der Hauptbühne unabhängig und im Allgemeinen etwas lauter ist, wird dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. 🙂

Rasender Stillstand (Foto: Hendrik Müller Fotokunst)

Mit Rasender Stillstand hatten wir uns seinerzeit auch schon wegen unserem Punk im Ruhrgebiet Buch getroffen. Die lose Plauderei im Rahmen vom Bierschinken eats FZW wollten wir unbedingt nochmal vertiefen, was wir nun auch endlich mal getan haben. Treffen in Dortmund war schwierig, deswegen haben wir der Band unsere Fragen per Mail geschickt, die Band hat sich beim Proben ausgetauscht und Rodger die Antworten schließlich in Form gegossen. Los gehts:

Mir gefällt, dass der Titel zwei Sachen aufgreift, die im Punk wichtig sind. Man kann auf und vor der Bühne ausrasten, oder weil einen bestimmte Zustände zum Ausrasten bringen. Welcher Punkt ist euch wichtiger?

„Ausrasten“ ist ein stark emotionaler Zustand. Quasi weiße Blitze im Kopf kriegen gekoppelt mit dem Bedürfnis, wild um sich schießen zu wollen! Im Übrigen, wer dieses Gefühl noch nie verspürt hat, sollte sich vielleicht mal ganz dringend selbst hinterfragen! Zu der Frage: Exakt neutral ausgedrückt: Der Zweite Punkt!

Ich finde euren Sound ziemlich einmalig. Manchmal glaube ich so Wavepunkanleihen zu hören, ich höre Hardcore, Punk. Im Großen und Ganzen klingt ihr ziemlich verrückt. Wie würdet ihr euch selber beschreiben?

Punk und Hardcore sind nicht nur musikalisch unsere Wurzeln und schwingen wohl immer bei uns mit. „Wavepunkanleihe“ ist als Begriff eindeutig falsch, zeichnet er doch eine Rückblende, die so nie existiert hat. Viele waschechte Punkbands von Mitte der siebziger bis Anfang der achtziger Jahre klingen aus heutiger Sicht seicht bzw. poppig (was sie damals nicht waren). Erst die Musikindustrie kreierte aus den weniger militant agierenden Bands, die eingängiger waren und von daher in der Breite besser zu vermarktenden waren, den Begriff „(New) Wave“ Musik (bekanntestes Beispiel sind da „The Cure“). Es gab diese Begrenzungen einfach nicht im Ursprung und zurück zu uns warum sollten wir damit anfangen. Wer gibt uns das Diktat vor z.B. in einem AZ, wo es doch so meinen wir uns erinnern zu können um „Freiheit“ geht, uns vergleichsweise zu anderen Bands, für unseren zu unangepassten „Punk“ zu kritisieren!!! Das macht keinen Sinn! Also wir machen die Mucke so wie sie aus uns kommt und das entsteht oft aus unterschiedlichsten Beweggründen, mit den sehr im Ausdruck variierenden Songs die dabei entstehen. Insofern gab es bei uns bis dato auch kein sogenanntes Konzeptalbum…
Verrückt? In einer verrückten Welt braucht man einfach auch eine gewisse Portion Wahnsinn um sich selbst zu schützen vor der grassierenden Oberflächlichkeit, Ablenkung, Gleichgültigkeit, Zwanghaftigkeit, geistiger Abschaltung und der daraus resultierenden sabbernden Überheblichkeit, Inhaltslosigkeit, kranker Konkurrenztriebhaftigkeit, kalter Berechnung, innerer Leere, Isolation und stumpfer Gewalt!

Ihr positioniert euch in den Texten politisch eindeutig links. Wie wichtig findet ihr das im Punkbereich?

Wer erklärt uns denn jetzt mal bitte schön jenseits vom Verfassungsschutz was „eindeutig links“ ist! Darüber hinaus, wenn wir mit einer Aussage wie „Die westlichen Demokratien bestehen mehr und mehr nur noch aus wirtschaftlichen Machtkartellen mit dem einzigen Ziel der Maximierung ihrer Profite, wogegen Menschenrechte und das Völkerrecht von ihnen nur noch als ausgehöhlte Phrase hervorgeholt werden, um geostrategisch ab und an sich moralisch über andere „Konkurrenzsysteme“ stellen zu können!“ eindeutig links ist, dann sind wir wohl an dieser Stelle eindeutig links. Ansonsten erleben wir in unserem Umfeld „eindeutig links“ oft als Mystifizierung einer Zeit in dem in Deutschland mal 100-tausende von Menschen auf die Straßen gegangen sind, in dem festen Glauben von unten etwas bewegen zu können, wie z.B. die Verhinderung des Baus von Atomkraftwerken. Waren die schlagartig auch alle eindeutig links?! War Sophie Scholl wie beim Verhör vor ihren Schlächtern selbst angegeben „eindeutig unpolitisch“? Bullshit!!! Wir versuchen wie viele andere um uns herum auch, sich möglichst gegenseitig zu unterstützen, in einer komplexen und komplizierten Welt nicht den Kopf zu verlieren, nicht zu resignieren, trotz der globalen Perspektivlosigkeit, des Ausverkaufs und Zerstörungswut der „Reichen, Fiesen Fetten“, bereit zu sein zu kämpfen, die notwendigen (oft ganz unspektakulären) Schlachten des Alltags zu meistern und davon die eine oder andere auch mal zu gewinnen, sich natürlich gesellschaftlich einzumischen und zu positionieren, da wo man was ändern kann und vor allem die Leute zusammenzuhalten, egal wer jetzt Veganer ist oder nicht, wer gerade welches Land auch immer boykottiert oder nicht, oder einfach da wo es geht zu helfen, wenn einer schlicht und ergreifend gerade nicht mehr klarkommt. Muss man um das zu tun eindeutig links sein? Jenseits dieser humorlosen, verlogenen und auch falschen links- rechts, schwarz – weiß, und richtig und falsch Schablonen haben wir diese Haltung, die aus unserer Sicht für jeden Punk eigentlich selbstverständlich sein sollte: Wir bestehen alle aus Fleisch und Blut und sind Menschen. Wir sollten schauen wie wir die Feindbilder aus den Köpfen einiger Idioten herausbekommen und vor allem nicht den Fehler machen, in den gleichen düsteren Welten zu ertrinken, sich gerade als Punk von fremdbestimmten Menschen oder Gruppen, die voll sind von Hass und Vernichtungsfantasien gegen andere, so wie es z.B. Rassisten, religiöse Fanatiker u.a. tun, zu unterscheiden.

Das Ruhrgebiet hat ja generell die ein oder andere auffällige Punkband hervorgebracht. Wie erlebt ihr die Szene im Ruhrgebiet?

Die Szene im Ruhrgebiet hat im Gegensatz zu den ganz großen Punk-Szene-Städten wie Hamburg und Berlin nie die großen auffälligen Bands hervorbringen können, es sei denn Du sagst uns Mönchengladbach liegt im Ruhrgebiet! 😉 Dennoch gab und gibt es sehr viele unterschiedliche auffällige Bands mit einem sicherlich auch eigenen Ruhrgebietsspezifischen Charakter. Dazu einen Buchtipp: Mit Schmackes „Punk im Ruhrgebiet“. (Anm. d. Red. ;-))

Ist das Ruhrgebiet ein gutes Pflaster für Punkbands?

Trotz des Drucks und starken Existenzkampfes der Kulturzentren, AZ oder auch kommerziell geführten Punk Live-Gig Locations bietet das Ruhrgebiet für Punkbands im Vergleich zu vielen anderen Regionen Deutschlands immer noch recht viele und interessante Auftrittsorte für Punkbands. Das Ruhrgebiet ist zwar weit weg von einem wilden „Punkhausen“, im Vergleich aber durchaus noch ein gutes Pflaster für Punkbands vom winzigen DIY „Wohnzimmerauftritt“ kleiner global agierender Punkbands bis zu „Punk im Pott“ als größter  Veranstaltungsort. Hier noch eine kleine Anmerkung an die Bands die im Ruhrpott spielen: Bitte schaut genau hin wo ihr seid. In den Läden sind fast immer Leute die total viel Engagement, Herzblut, eigenes Geld und/oder unbezahlte Arbeit darein stecken Euch einen tollen Auftritt zu ermöglichen. Wir erleben das leider manchmal, das Bands mit diesen „kleinen Helden“ gerne mal von oben herab, wie mit Dienstleistern im Niedriglohnsektor oder Pagen im Luxushotel umgehen! Also, egal wie kosmisch ihr Euch fühlt oder wie cool oder aufgeregt ihr auch seid: take care for the people in the back!!!

„Stadt-Rebellion“ kennen wir schon von eurer vorherigen Platte „Wenn einzelne nicht zählen“. Warum wolltet ihr den Song noch einmal neu aufnehmen?

„Stadt-Rebellion“ ist wie wir bei unseren Live-Gigs festgestellt haben ein Song, der sowohl musikalisch als auch textlich die „Punk-Seele“ sehr gut trifft. Wir haben den Song auf unserem aktuellen Album noch mal neu eingespielt, weil wir einerseits davon überzeugt sind, das er in der neuen Version noch besser abgeht, zum anderen haben wir unsere vorherigen Alben in sehr kleiner Auflage erstellt und möchten nun den Leuten die diese Alben nicht kennen, die Möglichkeit geben, diesen Song neu kennenzulernen.

Eure Platte habt ihr über Rast-Records veröffentlicht. Ich unterstelle mal, dass heißt, ihr habt das alles selbst in der Hand. Wo seht ihr die Vorteile und die Grenzen des Machbaren in Sachen DIY?

Die Sache mit RaSt-Records hat tatsächlich in erster Hinsicht den Hintergrund, das wir wie von Dir „unterstellt“ in gewisser Weise auch ein klein wenig stolz darauf sind in 4 Jahren „Rasender Stillstand“ das Heft des Handelns komplett in eigener Hand behalten zu haben und damit zumindest was unsere Vorstellung von „Punk“ entspricht authentisch geblieben sind. Der Preis dafür liegt sicherlich in einem viel höheren Aufwand in allen möglichen Dingen, die für einen Außenstehenden nicht so sichtbar werden. Ein gutes Beispiel sind zum Beispiel unsere ersten beiden Alben die (von außen dafür hochgelobt) komplett selber zusammengebastelt sind. Wenn Du zur Fertigstellung eines solchen Exemplars alles in allem 60 Minuten brauchst, fragst Du Dich schon manchmal, bei allem anderen Sachen die sonst noch so anfallen, ob Du nicht total einen an der Klatsche hast. Die ersten 30 Stück zu basteln hat sicherlich noch was mit Spaß und Kreativität zu tun, danach kommst Du Dir eher vor wie der Nachtarbeiter am Fließband. Der andere Nachteil von DIY ist sicherlich, das es ungleich schwieriger ist Dich als Band nach vorne zu bringen, als wenn Du ein (engagiertes!) Label, Plattenfirma, Booker etc. hast, die Dir (vermeintlich) große Auftritte besorgen, Deine Platten oder CD’s vertreiben, Dich über Videos promoten und Du schlagartig ein viel größeres Publikum erreichen kannst. Der Preis hierfür ist allerdings meistens eine immer größere Fremdbestimmung bzw. auch Entfremdung von Deinen eigentlichen Zielen hin zu einer Ebene, auf der es immer mehr nur um das Funktionieren, dem Entsprechen geht, oft einhergehend mit dem Zerfall der Band als einst Basis-Demokratische Einheit mit gleichen Interessen, Kreativität und unangepasster Individualität.

Letzte Frage: Punkkonzert für mehr als 5 Euro. Ja oder Nein?

Absurde Frage! Für die erfolgreiche Realisierung eines Punk-Konzertes spielen viele Faktoren eine Rolle. Brauchst Du zum Beispiel eine gute PA für den Gig, liegst Du mit einer Schnäppchen-Anlage schon bei € 800,-.
Die allein musst du durch Eintrittsgelder oft auf Risiko erst mal einspielen. Dazu können kommen: Anmietung einer Location, Bühne, Instrumentenbackline, Reisekosten, Genehmigungen, Strom, Hands Tontechniker ggfs Lichttechniker, Logistik, Gema, Werbung, Catering, Gagen, Reiskosten, Unterbringung, Reinigung, etc.
Natürlich kannst Du in einem AZ mit vorhandener Logistik ein Konzert für € 5,- durchziehen, oder auch ein komplett kostenfreies „umsonst & draußen“ Ding organisieren.
Das geht aber immer auf die Knochen von vielen freiwilligen und idealistischen Helferzellen die alles umsonst machen und das halten nicht viele Hands/ Macher ihr Leben lang durch ohne Bezahlung sich ständig richtig den Arsch aufzureißen!!!. Auf der anderen Seite finden wir es erbärmlich wie manche Bands durch Europa trampen, ohne zu wissen, ob es was zu essen gibt, ob es Pennplätze irgendwo gibt oder ob es vielleicht ein paar Euronen auf die blanke Tasche gibt, um dann am Rande ihres eigenen Konzertes noch Leute auf Kohle anschnorren zu müssen! Viele Besucher von Punk-Konzerten geben ihr Geld für den letzten Mist aus, aber bei der Punk-Band XY holen sie die „No Profit“ bzw. „Punk darf nichts kosten“ -Keule raus! Um sich anschließend über die Doppelmoral der Spießer zu ereifern! Unser klares Statement dazu: Ja, Punkkonzerte dürfen definitiv mehr als € 5,- kosten!!!

Die neue Platte von Rasender Stillstand heißt „Ausrasten“. Sie ist toll und u.a. über die Website zu bekommen.

http://www.rasender-stillstand.de/index.html

14.6. Langer August, Dortmund

5.7. Freibad, Bochum

16.8. Panic Room, Essen

10150787_10202074484880018_7358323720363141486_nJajaja, „das ist doch kein Punk“ würde vermutlich einer der Autoren des Buches „Mit Schmackes Punk im Ruhrgebiet“ über die Band Ja, Panik aus Wien/Berlin sagen, weswegen der andere Autor einfach nicht gefragt hat, was er von diesem Artikel hält. Denn das Konzert von Ja, Panik in der Trompete Bochum war großartig und Band wie Konzert hatten was punkiges.
Und das nicht nur wegen des geradezu punk-esten Eintritt von 5 Euro. Es gibt derzeit kaum eine Band, die derart radikale Texte in so charmante Klang- und Worthülsen kleiden kann (was ja streng genommen auch wirklich ein Grund sein kann, dass die Band kein Punk ist). Aber schöner als in „Libertatia“ kann man nackt in der Badewanne sitzend antinationales Denken nicht in Worte fassen. Auch im Punk sollte die Ästhetik nicht zu kurz kommen, das wissen wir nicht erst seit den Kassierern.

Dem Kapitalismus gehts hier an die Wäsche, ggf. die ersten acht bis neun Minuten skippen, bevor es zur Sache geht.

Diesen Eindruck trügt auch nicht, dass sich irgendwelche Ersti-Germanistik Studentinnen während des Konzerts fürs Melt-Festival verabredet haben. Eine andere Gruppe Indiestudentinnen verabschiedete sich am späten Abend schließlich mit den Worten: „wo wir sind ist immer libertatia“, womöglich nichtsahnend worum es in dieser Zeile eigentlich geht. Dann wäre Ja, Panik geradezu subversiv infiltrierend.

Zudem ist die Trompete für einen Club ein sehr netter Laden, in dem ein Eisenpimmel Konzert zumindest theoretisch vorstellbar wäre.