26. Mai 2017 · Kommentieren · Kategorien: Gehört

Paranoya-270x270Woran erkennt man eine Band, die es ernst meint? Daran, dass sie auch im Jahr 2017 noch tapfer ihre Myspace-Seite pflegt. So ist es bei Paranoya aus Hamm, womit wir nebenbei auch herausgefunden hätten, dass Myspace noch gar nicht abgeschaltet wurde und deutlich schneller lädt als anno 2000 oder wann das gerade angesagt war. Zudem betreiben sie weder Instagram noch Snapchat, das ist auch noch Haltung!

Nun denn: Von Paranoya gibt es nach dem gelungenen Fragmente-Album eine neue 7‘, zwei Songs, einer A, einer B, das Ding gibt es nämlich physisch nur auf Vinyl. Aufgenommen wurden die Songs aber schon 2014, sind also vermutlich während der Fragmente Aufnahmen mit entstanden und werden nun nachgeschoben.

Textlich ist alles beim Alten: Politisches und Gesellschaftskritisches wird auf der persönlichen Ebene verhandelt. In „Dämonen“ geht es darum, dass etwas in einem selbst über einen selbst Besitz erlangt. Wären es nicht „meine Dämonen“ könnte man dem auch eine gesellschaftliche Interpretation abringen, bei allem, was neuerdings gesellschaftlich wieder aus den Löchern gekrochen kommt. Aber das sind sicher nicht unsere Dämonen. In „End//lich“ ist das Gesellschaftliche dann wieder stärker Thema: Gefühle, Wünsche, Ziele, wird alles kaum entwickelt bevor man ganz schnell gar nicht mehr ist.

Musikalisch hat sich wiederum sehr viel getan: Paranoyas Grundstil ist ja so eine Art Deutsch-Punk mit so einer Metal-Härte. In diesen beiden Tracks gehen sie mal ganz andere Wege, Dämonen groovt düster und ein bisschen bedrohlich vor sich hin, was insgesamt gut zum Text passt. Das textlich ja auch nicht gerade fröhliche „End//lich“ hat einen wie ich finde ganz lustigen Gitarren-Sound, wodurch alles auch irgendwie gar nicht mehr so schlimm klingt. Muss ich beim Gesang manchmal an die frühen Blumfeld denken? Um es heraus zu finden, müsste ich mal wieder die frühen Blumfeld hören, aber das möchte ich nicht. Deshalb zurück zu Paranoya:

Ich mag es ja überhaupt nicht, wenn eine Band sich immer „weiter entwickelt“ haben muss, nur weil sie mal anders klingt: Ich mag die beiden Tracks jedenfalls, weil sie den klassischen Paranoya-Sound ordentlich auffrischen.

https://myspace.com/paranoyahamm

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